Nachtstrom – gut und günstig
Ist Nachtstrom wirklich so günstig? Die Antwort lautet: Es kommt auf den Anbieter an. Nachts und bei einigen Anbietern zusätzlich am Wochenende kann Strom besonders günstig sein. Dieser Vorteil kann beim Betrieb verschiedener elektrischer Geräte genutzt werden. Natürlich muss man, um den günstigen Nachtstrom zu nutzen, kein Nachtschwärmer sein und nachts den Staubsauger oder das Bügeleisen betreiben. Für die Waschmaschine oder den Geschirrspüler kann man oft den zeitversetzten Betrieb wählen. Dazu stellt man ein, zu welcher Zeit das Programm gestartet werden soll.
Warum ist Nachtstrom eigentlich günstiger? Industrie und Privathaushalte verbrauchen in der Nacht wesentlich weniger Strom als am Tage. Dabei gilt es, die Kraftwerke gleichmäßig auszulasten. Die Stromanbieter haben daher günstige Nachtstromtarife eingeführt. Sicher werden viele jetzt an eine bestimmte Art der Heizung, die Nachtspeicheröfen, denken, die in zahlreichen Privathaushalten zum Einsatz kommen. Der Strom wird nachts gespeichert und sorgt am Tage für angenehme Wärme.
Allerdings ist Nachtstrom heute nicht mehr so günstig, wie er beispielsweise noch in den 90er Jahren war. Je nach Anbieter sind die Preise pro kWh unterschiedlich. Da aufgrund der gestiegenen Strompreise der Betrieb der Nachtspeicherheizungen zunehmend uneffizient wird, hat die Bundesregierung für Ende 2019 dem Betrieb der Nachtspeicherheizungen einen Riegel vorgeschoben. Da sie klimaschädlich sind, sollten sie bis dahin durch eine klimafreundliche und effiziente Heizung ausgetauscht werden. Wer allerdings ein Eigenheim mit einem Nachtspeicherofen besitzt, muss jetzt keine Angst haben, denn er kann den Nachtspeicherofen weiterhin nutzen. Diese Regelung gilt nur für Vermieter, die mehr als 5 Wohnungen vermieten.
Wer weiterhin Nachtstrom nutzen will, benötigt einen zweiten Zähler, über den speziell der Stromverbrauch in der Nacht ermittelt wird, oder einen Zweitarifzähler für den Stromverbrauch am Tag und in der Nacht. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass für den Zweitarifzähler oder den Zweitzähler ein monatlicher Grundpreis oder eine Gebühr fällig wird. Es ist zu überlegen, ob dies für die Nutzung von Nachstrom rentabel ist.
Wer Nachtstrom nutzen möchte, sollte genau überlegen, ob sich dies beim Betrieb des zusätzlichen Zählers und beim Stromanbieter lohnt. Die regionalen Versorger bieten günstigen Nachtstrom an. Wer sparen möchte, sollte allerdings überprüfen, ob sich dies rechnet oder ob insgesamt ein überregionaler Anbieter günstiger wäre. Der Stromvergleich im Internet hat die Antwort dazu.
